Wie läuft die Zusammenarbeit mit einem Videoproduzenten ab?

Sie haben noch keine Erfahrung mit der Zusammenarbeit einer Filmproduktions-Firma und scheuen sich vor dem vermeintlich großen Aufwand, den Sie hierbei vermuten?
Diese Vermutung ist nachvollziehbar – aber unberechtigt. Im Folgenden erläutere ich den typischen Ablauf vom Erstkontakt bis zur fertigen Auslieferung am Beispiel eines Image-Videos. Bei einem Event-Video lässt sich weniger vorbereiten, daher verschieben sich die Schwerpunkte und damit Aufwände etwas – vor Allem was die genauen Inhalte der Clips betrifft.
Falls Sie mehr Interesse daran haben, was eine Videoproduktion kostet und warum, dann schauen Sie sich meine Standard-Pakete an und lesen Sie den Blogbeitrag „Was kostet eine professionelle Videoproduktion?„.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit einem Videoproduzenten ab?

Projekt-Anbahnung

Zu aller erst müssen beide Seiten ein Gefühl dafür bekommen, ob eine Zusammenarbeit vorstellbar ist. Das beginnt am besten mit einem ersten, direkten Gespräch.

Erster Kontakt

In einem kurzen, unverbindlichen Telefonat von fünf bis zehn Minuten sprechen wir über Ihr Anliegen. Dabei geht es noch nicht um Details, sondern um Ihre Erwartungen und Wünsche an das zu erstellende Video und den groben Ablauf der Realisierung (wie hier beschrieben :-). Und natürlich muss auch die Chemie zwischen den Personen stimmen. Hier können Sie schon mal vorab mehr über mich erfahren.
Wenn das schon mal passt, reden wir genauer über den Inhalt.

Auftragsklärung

Das ist ein zentraler Teil: In einem unverbindlichen Gespräch mit Ihnen finde ich bestmöglich heraus, was Ihre Wünsche sind, welche Ziele Sie erreichen möchten und welche Ideen Sie schon entwickelt haben. In einem kurzen Brainstorming können diese Ideen weiter entwickelt werden. Für eine effiziente Auftragsklärung ist es optimal (aber nicht zwingend), wenn Sie sich schon folgende Gedanken gemacht haben:

  • Welche Ziele möchte ich mit dem Video erreichen?
  • Welche Geschichte möchte ich in dem Video erzählen (Haben Sie schon eine Idee für einen „Plot“)?
  • An welchen Locations soll das Video gedreht werden?
  • Welche Akteure sollen in dem Video auftauchen?
  • Soll es Titel, Einblendungen, Animationen oder ähnliches geben (und wie sollen die ausschauen)?
  • Auf welchen Plattformen soll das Video gezeigt werden?
  • Wie lange soll das Video gehen?
  • Geht es nur um dieses eine Video oder soll es eventuell eine ganze Reihe werden?
  • Welche technische Anforderungen gibt es (Auflösung, Formate, …)?

Sollten Sie mit diesen Fragen alleine überfordert sein, dann ist das kein Problem – ich führe Sie gerne durch alle Fragen.

Konzept und Angebot

Nach der Auftragsklärung habe ich eine Vorstellung von Ihren Wünschen und entwerfe ein erstes Grob-Konzept in Form eines Storyboards. Damit können Sie sich einen Eindruck verschaffen, wie das spätere Video ausschauen würde. Wenn Ihnen das Storyboard zusagt, ist es die Ausgangsbasis für die Erstellung des individuellen Angebots. In aller Regel gebe ich Angebote mit Fixpreis ab, um das für Sie kalkulierbar zu machen. Im Gegenzug werden Sie im Angebot diverse Randbedingungen finden (wie z.B. maximale Anzahl der Iterationen bei vorgegebenen Schritten – siehe weiter unten). Eine Zeitplanung ist ebenfalls Bestandteil des Angebots.

Pre-Production

Je besser die Vorbereitung, umso effizienter wird die eigentliche Produktion ablaufen. Das spart Geld und Zeit und sorgt für ein besseres Ergebnis.

Vor-Ort Vorbereitungs-Termin

In der Regel werden Image-Videos für Firmen auch vor Ort gedreht. Bei Handwerksbetrieben kann das natürlich auch auf einer oder mehreren Baustellen sein. Für die Beurteilung und Auswahl der genauen Locations ist es am Besten, wenn ich vor Ort selbst einen Eindruck bekomme (bzgl. Räumlichkeit, Lichtbedingungen, etwaigen Restriktionen …). In Ausnahmefällen kann das auch durch von Ihnen gemachte Fotos ersetzt werden – mit dem Risiko, dass es zu unerwünschten Überraschungen beim Dreh kommt.
Mit den Erkenntnissen aus der „Orts-Begehung“ folgt der nächste Schritt.

Entwicklung und Abstimmung des Storyboards

Mit den bis dahin gewonnenen Informationen entwickle ich ein detailliertes Storyboard, das ich dem Kunden nach Fertigstellung zur Durchsicht und Freigabe oder ggf. Angabe von Änderungswünschen gebe. Ein Storyboard beinhaltet Folgendes:

  • Zu liefernde Formate (z.B. 9:16 für Instagram oder 16:9 für YouTube)
  • Alle einzelnen Szenen unterteilt in „Takes“ (das sind unterschiedliche Aufnahmen mit anderen Kameraeinstellungen bzw. -Perspektiven, die aber alle zu derselben Szene gehören). Die Szene wird kurz beschrieben, um den Inhalt leichter erfassen zu können.
  • Für jeden Take wird beschrieben, was zu sehen sein wird, wo aufgenommen wird, welche Länge der Take haben soll und ggf. welcher Text Akteure sprechen (entweder wörtlich oder sinngemäß).
  • Das Storyboard beinhaltet auch eine Schätzung darüber, wie lange alle Takes brauchen werden. Das kann je nach Situation natürlich variieren – aber Sie bekommen schon einen Anhaltspunkt wofür Sie ggf. wieviel Zeit veranschlagen sollten.
  • Das Storyboard ist in chronologischer Reihenfolge aufgesetzt im Bezug auf den fertigen Film. Die Reihenfolge des Drehs kann und wird höchstwahrscheinlich davon abweichen. Die Drehreihenfolge wird auf minimalen Zeitaufwand optimiert und ist auch Bestandteil des Storyboards. Auch das können Sie bei Ihrer eigenen Planung mit berücksichtigen.
  • Soll das Video mit Musik im Hintergrund sein (was meistens der Fall ist) werde ich Ihnen eine Auswahl möglicher Stücke geben oder Sie haben schon dezidierte Vorstellungen (dabei sind Copyright-Themen wichtig!). Es ist wichtig, die Musik schon vorab zu definieren, damit der Schnitt frühzeitig darauf angepasst werden kann. Falls dies in dieser Phase noch nicht möglich ist, kann es im Nachgang zu erhöhtem Aufwand kommen.
  • Wenn Sie Texte, Einblendungen, Animationen oder Ähnliches wünschen, wird dies auch im Storyboard festgehalten. Je genauer hier die Festlegungen (genauer Text, Schrift, Farben, …) getroffen wurden, um so geringer fällt der Aufwand in der Post-Production aus.
  • Optional können bereits Farbstimmungen definiert bzw. für die Aufwandsschätzung „reserviert“ werden.

Bei Änderungswünschen überarbeite ich das Storyboard wunschgemäß. Wie Sie sehen, ist das Storyboard das zentrale Dokument in der Planung und Abstimmung – ähnlich einem Pflichtenheft im Industriewesen.
Wenn Sie das Storyboard anschließend freigeben, machen wir eine gemeinsame Terminplanung und dann kann der Dreh vor Ort beginnen!

Vor-Ort Dreh (Production)

Jetzt wird es richtig spannend :-). Zu dem vereinbarten Termin komme ich mit dem benötigten Equipment vor Ort und baue alles auf bzw. bereite alles vor. Je nach Komplexität kann das bis zu einer Stunde dauern. Wenn an mehreren Locations gedreht werden soll, kann sich das entsprechend wiederholen. Hier ist es für Sie wichtig dafür zu sorgen, dass die Locations entsprechend vorbereitet sind, dass die Mitwirkenden anwesend sind und etwaige „Passanten“ darüber informiert wurden, was passiert, damit der Dreh möglichst wenig gestört wird.
Alle Mitwirkenden werden von mir instruiert, damit jeder weiß, was zu tun ist.
Beim Dreh selbst ist es von Vorteil, wenn ein Ansprechpartner vor Ort ist, um etwaige Probleme zu lösen (z.B. Zugänge, installiertes Licht, Lärm durch Geräte …). Je nach Einsatz von Drohnen ist es notwendig, dass sogenannte „Spotter“ mit dabei sind. Spotter haben die Aufgabe, mich bei der Beobachtung der Drohne zu unterstützen, um etwaigen Gefahren vorzubeugen. Falls dies notwendig ist, werde das auch im Storyboard vermerkt.
Entsprechend des Storyboards wird Take für Take aufgenommen, kurz überprüft und dokumentiert.
Sind alle Takes aufgenommen, baue ich alles wieder ab und der Dreh ist schon erledigt :-).

Post-Production

Die Post-Production ist ausführlich in meinem Beitrag „Was kostet eine professionelle Videoproduktion?“ beschrieben, daher verzichte ich hier auf die inhaltliche Beschreibung.
Im Folgenden zeige ich Ihnen auf, an welchen Stellen in der Post-Production Sie als Auftraggeber:in ins Spiel kommen und Ihre Zusammenarbeit gefragt ist:

Erster Grob-Schnitt mit Musik / Ton – mit Feedback vom Kunden

Um möglichst rasch und ohne zu viel (unnötigen) Aufwand zu produzieren, werde ich das produzierte Material in die im Storyboard vorgegebene Reihenfolge bringen und schneiden (nur gutes Material wird benutzt und auf die gewünschte Länge gebracht). Wenn eine Hintergrundmusik gewünscht wurde, wird sie auch schon mit eingearbeitet. Dasselbe gilt für etwaigen Text, Einblendungen etc. Den fertigen Grob-Schnitt bekommen Sie dann zur Ansicht, um frühzeitig Änderungswünsche formulieren zu können. Es ist wichtig zu verstehen, dass es hier nicht um Details geht, sondern dass der Inhalt des Videos passt. Da der größte Aufwand im Fein-Schnitt passiert, sollte der Inhalt vorher schon passen, Sonst läuft der Aufwand aus dem Ruder. Im Grob-Schnitt sehen Sie einen „Timecode“, der es vereinfacht Anmerkungen an einen bestimmten Zeitpunkt im Video zu „koppeln“. Dieser Timecode wird bei der finalen Auslieferung entfernt.
Natürlich können Sie in dieser Phase schon Anmerkungen machen, was Sie gerne im Fein-Schnitt mit berücksichtigt haben möchten.
Soll die Auslieferung in mehreren Formaten ausgeliefert werden, wird es für jedes Format einen Grob-Schnitt geben (nur in Ausnahmen kann darauf verzichtet werden).
Üblicherweise erfolgt der Austausch der Daten über ein Cloud-Laufwerk (z.B. Google Drive).
Hier ist nochmal eine kurze Auflistung dessen, was der Grob-Schnitt enthält:

  • Die ausgewählten Clips in der richtigen Reihenfolge wie im Storyboard vorgegeben und in etwa der richtigen Länge – mit grob korrigierter Belichtung
  • Musik-Inhalte, wie im Storyboard definiert
  • Grob-Versionen von Text und Einblendungen
  • Grob-Versionen von Animationen

Fein-Schnitt mit Color-Grading – mit Feedback vom Kunden

Wenn Sie mit dem Grob-Schnitt zufrieden sind und Ihre Anmerkungen gemacht haben, wird das im Fein-Schnitt umgesetzt. Ziel des Fein-Schnitts ist es, das Video komplett fertig für die Auslieferung zu machen. In der Regel wird es hier mehrere Schleifen geben, um immer weniger Details abzuändern, bis alles passt. Auf gröbere Änderungen, die einen neuen Grob-Schnitt erfordern, sollte hier verzichtet werden, um keine zusätzlichen Kosten zu verursachen.
Hier eine Auflistung, was im Fein-Schnitt enthalten ist:

  • Die Reihenfolge und Länge der Clips ist festgelegt
  • Alle Clips sind korrigiert bzgl. Belichtung und Farbgebung (sogenanntes „Color-Matching“)
  • Texte, Einblendungen und Animationen sind fertig und in das Video integriert
  • Musik, Ton und Geräusche sind fertig geschnitten und bzgl. Lautstärke und Sound untereinander und mit den Clips abgestimmt
  • Gewünschte Farbstimmungen sind eingearbeitet („Color-Grading“)

Auslieferung und Archivierung

Wenn Ihnen der Fein-Schnitt gefällt und von Ihnen freigegeben wurde, erfolgt die Rechnungsstellung:
Nach erfolgter Zahlung entferne ich den Timecode aus dem Video und das finale Video wird Ihnen im gewünschten Format zur Verfügung gestellt, wo Sie es herunterladen und danach auf die gewünschten Ziele ausspielen können.
Ist nichts Anderes vereinbart, werde ich das genutzte Material zusammenstellen und auf einem Cloud-Speicher für mindestens 12 Monate sichern.
Auf Wunsch kann ich Ihnen diese Archiv-Datei für die eigene Weiterverwertung zur Verfügung stellen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen guten Einblick in die Zusammenarbeit geben könnte. Falls Sie noch weitere Fragen haben, können Sie mich sehr gerne kontaktieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert